Freitag, 7. November 2014

Meine neue Leidenschaft

Gerade heute morgen dachte ich, mal wieder einen Blogeintrag verfassen zu sollen.

Dann habe ich mich eingeloggt und die nette Nachricht meiner Leserin Doris gesehen. Es gibt also doch noch Leute, die immer mal wieder auf meinem Blog vorbeischauen. Und ich freue mich, dass ich vermisst werde.

Es ist eine Weile her, dass ich das letzte Mal berichtet habe. Die diesjährige Herbst-Laufsaison war für mich sehr erfolgreich: Ich bin in Köln meinen ersten Halbmarathon gelaufen und zwei Wochen später in Berlin meinen ersten Marathon. In fünf Stunden und ein paar Minuten. Ich habe zwei Tage lang das Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht bekommen. Was für ein Erlebnis!

Aber zum Marathon mache ich einen Extra-Bericht. Ich möchte ausführlich zu den Vorbereitungen schreiben. Ich denke nämlich, dass jeder, der gesund ist, mit der richtigen Vorbereitung einen Marathon laufen kann. Allerdings ist der unbedingte Wille, es zu schaffen, unverzichtbar. Ich würde sogar sagen, er ist die halbe Miete.

Dadurch, dass ich meinem im Februar verstorbenen Bruder versprochen hatte, für ihn einen Marathon zu laufen, hatte ich natürlich eine unschlagbare Motivation.

Aber das soll hier ja kein Laufblog werden. Und obwohl sich meine Prioritätenskala seit dem Tode meines Bruders ein Stück verschoben hat, habe ich dennoch immer noch etwas übrig für die schönen und luxuriösen Dinge des Lebens.

Handtaschen sind es nicht mehr so sehr. Ich habe festgestellt, dass ich doch immer dieselben Taschen mitnehme, meistens eine von Louis Vuitton, da die einfach unverwüstlich sind.

Nagellacke sammle ich immer noch, aber nicht mehr mit so viel Elan und auch nicht mehr die älteren Lacke. Ich kaufe nur noch die Neuerscheinungen.

Hermes-Tücher werde ich nicht mehr sammeln, denn ich habe mit 17 Stück nun genug.

Aber ich habe eine neue Leidenschaft. Kürzlich habe ich meinen Schuhschrank ausgemistet. Und damit gab es Platz für neue Schuhe. Viel Platz.

Bisher hatte ich meine Schuhe immer in Kartons aufbewahrt. Nun habe ich umgestellt, die Kartons entsorgt und die Schuhe schön im Schrank aufgereiht. Und ich finde, es sieht großartig aus. Besonders die erste Etage:


Wenn Ihr wollt, stelle ich Euch meine Loubis gern einmal im Detail vor. Die Louboutin-Kartons habe ich selbstverständlich behalten.

Was ist außer Laufen und Schuhe kaufen noch passiert? Ich habe meine liebe Freundin Mila für ein Wochenende besucht. Sie hat sogar ein Foto geschossen von unseren Händen, weil ich mir denselben Lack draufgepinselt habe, den sie an dem Wochenende trug. Und ich warte heute noch auf ihren Post! Mila, komm in die Puschen! :-)

Dienstag, 17. Juni 2014

Run, Val, run - Update 2

Ich möchte mich mal wieder zu Wort melden und Euch schreiben, wie es mir geht.

Der Alltag ist wieder eingekehrt, und im täglichen Leben bemerke ich nicht so sehr, dass mein Bruder nicht mehr da ist. Er lebte ja nun seit vielen Jahren um die 9.000 km von mir entfernt, und telefonieren war auch so überhaupt nicht sein Ding. Eine Unterhaltung (bevor er erkrankte) sah ungefähr so aus: "Wie geht es Dir?" "Gut." Gibt es etwas Neues?" "Nö." Nichtsdestotrotz hatten wir ein sehr inniges Verhältnis, wenn wir uns dann mal besucht haben.

Und natürlich macht es mich oft auch noch unendlich traurig, dass er nun einfach nicht mehr da ist und auch nie wiederkommt. Aber ich tröste mich damit, dass er ein wundervolles, absolut erfülltes Leben gehabt hat und immer genau das gemacht hat, was er gerne machen wollte.

Und ich sage mir nun, das Leben ist kostbar, also genieße ich jeden Tag, den ich habe, und lasse mich nicht von Dauertraurigkeit runterziehen. Ich lebe mein Leben bewusster und gesünder seit dieser tragischen Geschichte.

Beispielsweise habe ich mein Lauftraining intensiviert. Mein Liebster ist in 2013 den New York-Marathon gelaufen. Kurz danach hat er sich für den Berlin-Marathon Ende September 2014 angemeldet und mich gleich mit. Mein Bruder war auch Marathon-Läufer, und er wollte so gern noch einen weiteren Marathon laufen, nachdem er so viel Gewicht verloren hatte. Aber das war natürlich nicht mehr möglich.

Nun ist meine Maxime: Ich fange den Marathon für meinen Liebsten an, aber zu Ende bringe ich ihn für meinen Bruder Sascha. Und wenn ich auf den Knien ins Ziel kriechen muss.

Dies hier ist ein Foto vom Paderborner Osterlauf über 10 Kilometer im April 2014. Meine Zeit war nicht so berauschend (1:09:13), weil ich dummerweise zwei Tage vorher - ohne Nachzudenken - spontan beim Blutspenden war. Ich habe beim Rennen dann deutlich gemerkt, dass mir eine Menge rote Blutkörperchen fehlen.



Mein Ziel im letzten Jahr, als ich mich dem Laufen begann, war ja, 10 km unter einer Stunde laufen zu können. Nun, gestern habe ich es zwar noch nicht ganz geschafft, aber ich war schon gaaaanz knapp dran:


Und für alle, die es interessiert, hier eine Aufstellung über meine bisherigen persönlichen Rekorde:


Beim Laufen - und auch nur da - höre ich immer Krimis von Tess Gerritsen über Kopfhörer; so wird auch ein 3-Stunden-Lauf nicht langweilig. Und immer, wenn ich wissen will, wie die Story weitergeht, muss ich auf die Piste!

Ich werde weiter über meine Fortschritte berichten, und natürlich gibt es auch bald wieder andere Posts, denn nach wie vor sammle ich Chanelis und lackiere meine Fingernägel damit! Und eine Menge neuer, exotischer Rezepte habe ich auch.



Dienstag, 18. März 2014

Trauer

Ich muss das jetzt hinter mich bringen.

Mein Bruder ist Ende Februar gestorben, alles Hoffen war vergebens. Er wurde 44 Jahre alt. Magenkrebs mit Bauchfellmetastasen, sein Leiden hat acht Monate gedauert. Was für eine Tragödie.

Wie fühle ich mich? Ich bin furchtbar traurig, aber sein Tod ist für mich nun leichter zu ertragen als sein entsetzliches Leiden.

'What he did in his short life was more than most people can ever do in their lifetime', das war die einhellige Meinung aller, es tröstet mich ein wenig. In einer wunderschönen Trauerfeier im Forest Lawn Memorial Park haben wir von ihm Abschied genommen.

Wir, die zurückgeblieben sind, müssen nun wieder ins normale Leben zurückfinden.


Sonntag, 16. Februar 2014

Haare ab

Hallo, meine Lieben!

Gute Nachrichten gibt es leider keine aus USA. Ich bin seit letztem Montag zurück, nachdem ich knapp drei Wochen wieder in Kalifornien war. 

Meine Schwägerin musste auf eine 14tägige Geschäftsreise in den mittleren Osten, unter anderem war sie in Saudi Arabien und musste dort eine Abaya (schwarzes mantelartiges Übergewandtragen. In der Zeit habe ich meinen Bruder gepflegt und mich um die einjährige Tochter gekümmert. Leid und Freude lagen hier so nah beieinander. 

Ich bin nach wie vor von einer dauerhaften Traurigkeit befallen, aber dennoch geht hier mein Leben inmitten meiner wundervollen Familie auch weiter.

Eigentlich schreibe ich diesen Post, da der Christbaum vom letzten Post nicht mehr in die Jahreszeit passt. Vor einigen Wochen habe ich mir die langen Haare abschneiden lassen, die immerhin bis Mitte Rücken reichten. Adieu Bananenfrisur…

Hier kommt ein Foto mit dem neuen Bob.