Dienstag, 17. Juni 2014

Run, Val, run - Update 2

Ich möchte mich mal wieder zu Wort melden und Euch schreiben, wie es mir geht.

Der Alltag ist wieder eingekehrt, und im täglichen Leben bemerke ich nicht so sehr, dass mein Bruder nicht mehr da ist. Er lebte ja nun seit vielen Jahren um die 9.000 km von mir entfernt, und telefonieren war auch so überhaupt nicht sein Ding. Eine Unterhaltung (bevor er erkrankte) sah ungefähr so aus: "Wie geht es Dir?" "Gut." Gibt es etwas Neues?" "Nö." Nichtsdestotrotz hatten wir ein sehr inniges Verhältnis, wenn wir uns dann mal besucht haben.

Und natürlich macht es mich oft auch noch unendlich traurig, dass er nun einfach nicht mehr da ist und auch nie wiederkommt. Aber ich tröste mich damit, dass er ein wundervolles, absolut erfülltes Leben gehabt hat und immer genau das gemacht hat, was er gerne machen wollte.

Und ich sage mir nun, das Leben ist kostbar, also genieße ich jeden Tag, den ich habe, und lasse mich nicht von Dauertraurigkeit runterziehen. Ich lebe mein Leben bewusster und gesünder seit dieser tragischen Geschichte.

Beispielsweise habe ich mein Lauftraining intensiviert. Mein Liebster ist in 2013 den New York-Marathon gelaufen. Kurz danach hat er sich für den Berlin-Marathon Ende September 2014 angemeldet und mich gleich mit. Mein Bruder war auch Marathon-Läufer, und er wollte so gern noch einen weiteren Marathon laufen, nachdem er so viel Gewicht verloren hatte. Aber das war natürlich nicht mehr möglich.

Nun ist meine Maxime: Ich fange den Marathon für meinen Liebsten an, aber zu Ende bringe ich ihn für meinen Bruder Sascha. Und wenn ich auf den Knien ins Ziel kriechen muss.

Dies hier ist ein Foto vom Paderborner Osterlauf über 10 Kilometer im April 2014. Meine Zeit war nicht so berauschend (1:09:13), weil ich dummerweise zwei Tage vorher - ohne Nachzudenken - spontan beim Blutspenden war. Ich habe beim Rennen dann deutlich gemerkt, dass mir eine Menge rote Blutkörperchen fehlen.



Mein Ziel im letzten Jahr, als ich mich dem Laufen begann, war ja, 10 km unter einer Stunde laufen zu können. Nun, gestern habe ich es zwar noch nicht ganz geschafft, aber ich war schon gaaaanz knapp dran:


Und für alle, die es interessiert, hier eine Aufstellung über meine bisherigen persönlichen Rekorde:


Beim Laufen - und auch nur da - höre ich immer Krimis von Tess Gerritsen über Kopfhörer; so wird auch ein 3-Stunden-Lauf nicht langweilig. Und immer, wenn ich wissen will, wie die Story weitergeht, muss ich auf die Piste!

Ich werde weiter über meine Fortschritte berichten, und natürlich gibt es auch bald wieder andere Posts, denn nach wie vor sammle ich Chanelis und lackiere meine Fingernägel damit! Und eine Menge neuer, exotischer Rezepte habe ich auch.